Die Abiturkurse 13. Jahrgang waren von Sonntag dem 25.1. bis zum Mittwoch dem 28.1. auf Geschichtsfahrt in Berlin .

Am Sonntag mussten wir alle schon früh morgens zum Zug, konnten aber dann dadurch den ganzen Nachmittag schon Berlin erkunden. Zusammen besuchten wir „Clärchens Ballhaus“ eine mehr als 110 Jahre alte Berliner Institution, in der verschiedenste Gesellschaftsschichten zusammen feiernd kamen und kommen. Hier trafen sich die Minister der Ampel trotz allen Streites und auch viele Filme (z. B. von Quentin Tarantino oder aus der kommenden Staffel von „Babylon Berlin“ wurden in dem von einem Kulissenbauer eingerichteten Lokal gedreht. Das Ballhaus wurde ab 1913 von der namensgebenden Frau geführt, wenn auch damals noch offiziell unter dem Namen ihres Mannes. Bekannt war sie für ihre resolute Art, mit der sie es auch schaffte, eine jüdische Verwandte vor den Nazis zu verstecken. Dies alles erfuhren wir auf einer sehr lebendigen Führung von Marion Kiesow, der man die Liebe für das Gebäude und seine Geschichte anmerkte.

Am Tag danach hatten wir sehr viel Zeit in Grüppchen weiter Berlin zu erkunden, da unser einziger fester Termin ein Besuch des Bundestags war. Leider war dort gerade keine Sitzung, aber stattdessen bekamen wir einen sehr spannenden Vortrag über die Geschichte des Hauses sowie die Abläufe dort. Danach hätten wir  ein Gespräch mit dem Oldenburger SPD-Abgeordneten Dennis Rohde angestrebt, da dieser aber verhindert war, konnten wir stattdessen mit seinem Büroleiter und einer FSJ-lerin sprechen. Herr Rohde wird uns dafür in der Schule zum Gespräch besuchen.

Der Dienstag war hingegen war eng getaktet, was  anstrengend, aber auch sehr interessant war. Schon früh fuhren wir los zum Bundesrat, wo es ähnlich wie beim Bundestag zunächst einen kleinen Vortrag zu den Abläufen und der Geschichte des Hauses gab. Danach durften wir uns selber in die Rollen der Abgeordneten hineinversetzen und spielten eine Sitzung nach. Zwei von uns stellten die Bundesregierung dar und brachten einen Gesetzentwurf ein, welcher für ein Tempolimit sorgen sollte. Die anderen spielten, nach einer kurzen Recherche, möglichst authentisch die Minister der Länder und besprachen zunächst ihre Standpunkte und entwickelten mögliche Änderungsanträge. Alle Positionen wurden dann in Reden vorgestellt – und anschließend wurde abgestimmt. Das Ergebnis fiel gegen das Tempolimit aus.
Nachdem wir den Bundestag besucht hatten, machten wir einen Spaziergang zu den verschiedenen Denkmälern zu den Verbrechen der NS-Zeit, welche uns sehr bewegten. Vor allem die Verfolgung und Ermordung von schätzungsweise 500.000 bis 1 Million Sinti und Roma war für viele von uns neu und schockierend.
Nach einer kurzen Mittagspause ging es dann ins Kanzleramt, auch hier bekamen wir eine Führung. Da sich die allgemeine Erschöpfung nach einem langen Tag mit viel Laufen immer stärker bemerkbar machte, ging nur noch ein Teil der Klasse danach schließlich ins Neue Museum auf der Museumsinsel. Hier fanden sich unfassbar viele Exponate aus der Zeit der alten Ägypter, unter anderem die bekannte Büste der Nofretete. Die Zeit reichte natürlich nicht aus, um alles zu entdecken; es gab Staturen, Sarkophage, Werkzeuge und allerhand mehr, leider hatte die Faszination über all dies einen leicht bitteren Beigeschmack bei dem Gedanken daran, dass wahrscheinlich so einiges davon evtl. Raubkunst ist.

Die Zeit ist wie im Flug vergangen und schon am nächsten Tag ging es wieder nach Hause. Nachdem alles fertig gepackt war, hatten wir noch etwas Zeit individuell in Berlin zu gestalten, bevor wir zusammen eine Currywurst aßen und mit dem Zug nach Hause fuhren.

Vielen Dank an dieser Stelle an Frau Norrenbrock und Frau Semler, die so spontan eingesprungen ist, nachdem Herr Hauck-Hahmann leider erkrankt ist. Trotzdem soll auch ihm ein herzlicher Dank für die Organisation des schönen Hotels und der Besichtigungen zuteilwerden.

Der 13. Jahrgang 2025/26